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03.03.2010
Hochkarätige Expertenrunde für „oe2020“
Im Rahmen der Initiative „Österreich 2020" findet heute Abend ein Zukunftstalk mit Expertenreferaten zum Thema „Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts" statt.
Die Keynote wird von Wolfgang Merkel, Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, gehalten.
Die anschließende Talkrunde ist mit Wolfgang Merkel, Peter Bofinger, Rainer Münz und Sybille Pirklbauer hochkarätig besetzt.
Peter Bofinger ist deutscher Ökonom, Mitglied im Sachverständigenrat, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und einer der fünf „Wirtschaftsweisen". Zudem gilt Bofinger als der führende Vertreter der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik in Deutschland.
Wolfgang Merkel ist Politikwissenschafter, Direktor der Abteilung „Demokratie, Strukturen, Leistungsherausforderungen" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und lehrt als Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Merkel leistete bereits viel beachtete Beiträge zur Demokratie-, Parteien- und Transformationsforschung.
Rainer Münz ist Mitglied des „EU-Weisenrates" und Experte zu Fragen von Bevölkerung und Migration sowie der demographischen Alterung und ihrer Auswirkungen. Münz war als Konsulent für die Europäische Kommission, die OECD und die Weltbank tätig. Jetzt leitet er die Forschungsabteilung der Erste Group Bank AG.
Sybille Pirklbauer ist Politikwissenschafterin und Mitarbeiterin der Arbeiterkammer Wien in der Abteilung „Frauen - Familie". Davor war sie jahrelang in der Arbeitsmarktförderung im EU-Bereich tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Frauenerwerbstätigkeit, Einkommen, Budget und Steuergerechtigkeit mit Fokus auf den Aspekt der Gendergerechtigkeit.
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt die Volkswirtin und Historikerin Agnes Streissler, die seit 2009 mit ihrer Beratungsagentur „agnes streissler - wirtschaftspolitische projektberatung" selbstständig ist.
[Redaktion]
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Sollte nach den Referaten der heutigen Expertenrunde nicht der Text von Genossen Hundstorfer (Theme: Finanzen, Wirtschaft und Soziales) überarbeitet und auf den Punkt gebracht werden? Die Zeit von Allgemeinplätzen muß angesichts der Krise und der Betroffenen nun ein Ende haben?
Es sollten die Kernthemen klar aufgezeigt werden:
- Veränderung der Arbeitsmarktpolitik (Effektivität vs. "Schönrederei")
- Re-Regulierung des Finanzmarktes auf allen Ebenen (national, EU-weit und global), Verbot von Hedgefonds, etc.
- Förderung eines 2. Bildungsweges für nachfragestarke Berufe durch AMS statt Masse von Kursen, die weitestgehend nur der Schönung von Arbeitslosenrate dienen; generell Schwerpunkt Bildung & Wissenschaft
- Reform der Infrstruktur und des Ressourcenmanagements (Re-Verstaatlichungen, etc.)
- Ende des BIP als Konjunkturparameter und Neuformulierung (erweitertes BSP)
- Massnahmen zum systemischen Kurswechsels in Ökonomie, Ökologie und Sozialem Netz
usw.
ERÖFFNUNG PROJEKT 2020
Heute am 03.03.2010 war es soweit:
Das offizielle Nachdenkprojekt der österreichischen Sozialdemokratie wurde pünktlich offiziell durch den Bundeskanzler, Genossen Faymann eröffnet (http://www.oe2020.at/home/2020).
Ein Kompliment dem Verfasser der Eröffnungsrede. Er brachte alle wesentlichen Aspekte unter. Auch das Thema „Glaubwürdigkeit“ wurde im Zusammenhang mit der „Kreisky Ära“ als wesentlicher Bestandteil einer sozialdemokratischen Politik genannt!
Negative Anmerkungen:
Wo bleibt die Glaubwürdigkeit der letzten vier SP Kanzler?
Wo bleiben denn jetzt die konkret erforderlichen Maßnahmen, die die systemische Kurskorrektur in Ökonomie, Sozialem und Ökologie herbeiführen können?
Warum tritt die Sozialdemokratie, mit derartigem sachlichen Rückenwind nicht endlich für die Kurskorrektur ein?
Positive Anmerkungen:
Die Professionalität bei der Organisation der Eröffnungsveranstaltung war deutlich erkennbar („Karl bitte vor den Vorhang“!) und die unauffällige Mithilfe von Mandataren wie des Genossen Raphi Sternfeld, haben mich positiv berührt.
Die Experten, Peter Bofinger, Wolfgang Merkel, Rainer Münz und Sybille Pirklbauer, kamen allesamt zu schlüssig zur gleichen Diagnose für die Krise (neoliberaler Egoismus auf nationaler, EU-weiter und internationaler Ebene) und betonten die Chance der Sozialdemokratie, bei Beachtung und Durchsetzung sozialdemokratischer Werte als Basis der notwendigen, auf Langfristigkeit, orientierte Umsetzung.
Alle diese Äußerungen der eingeladenen Experten waren und sind vollständig zu unterstützen, sind aber bereits spätestens seit 2003, also noch vor dem tatsächlichen, erwarteten Eintritt der Krise im Jahr 2008 bekannt.
Diese wurden seit damals also durch Politiker und deren Berater ignoriert und damit der effektivste Zeitpunkt für eine proaktive Kurskorrektur versäumt.
Was haben also die Kanzler seit 2000 verabsäumt?
Welchen Schaden haben sie im Zusammenspiel mit Finanz- und Wirtschaftssektor sowie den institutiellen Beratern (WIFO, IFES, etc.) der Volkswirtschaft und den Bürgern verursacht?
finde es toll, dass es die Möglichkeit gibt einmal offen über die Herausforderungen zu sprechen. Vor allem mit einer derartig gut besetzten Runde. Freue mich sehr auf die Veranstaltung heute Abend.