Bildung, Kunst & Kultur, Wissenschaft
Selbständige Schule fördern
Unter dem Titel „Auf dem Weg zur selbständigen Schule" wurden am 25.Juni 2010 in den Räumlichkeiten des SPÖ-Parlamentsklubs Ideen für eine moderne Schulverwaltung des 21. Jahrhunderts diskutiert. Die Klubenquete fand im Rahmen der „Österreich 2020"-Veranstaltungsserie „Bildung" auf Einladung von SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer statt.
Um zum Videostream der Veranstaltung zu gelangen, klicken Sie bitte hier.
Am Podium zu Gast waren neben der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied der Präsident des Rechnungshofes Josef Moser, OECD- Experte Bernard Hugonnier sowie die AHS-Direktorin Heidi Schrodt und Lehrer und Publizist Nikolaus Glattauer.
"Wir wollen österreichweit ein leistungsfähiges Bildungssystem haben. Dafür müssen wir gemeinsam den Mut zur Gleichzeitigkeit in der Bildungspolitik aufbringen", so die Bildungsministerin bei der Enquete. Schmied schloss sich Rechnungshofpräsident Josef Moser an und bekräftigte, dass "Ausgaben- und Aufgabenverantwortung in eine Hand gehören". Als wesentlich erachtet sie eine einheitliche Gesetzgebung und Vollziehung des Bundes statt neun verschiedener Modalitäten.
Mehr Verantwortung für Schulstandorte
Besonders wichtig ist Schmied auch die Steuerung auf der so genannten Mikroebene. Dies bedeutet mehr Verantwortung für die einzelnen Schulstandorte. Schulleiterinnen und Schulleiter brauchen ein neues Aufgabenprofil, müssen für ihre Aufgaben auch entsprechend qualifiziert sein und spezifische Anforderungen hinsichtlich Führungsqualität, Werten und Personalverantwortung erfüllen. „Erst, wenn ein Direktor sein Personal mit auswählen kann, wird er von ‚seinen' Lehrern sprechen", betonte die Ministerin. Beim Thema "mehr Verantwortung für die Schulstandorte" gibt es eine breite Übereinstimmung aller fünf Parteien.
Zur Gewährleistung einer gezielten und effizienten Unterstützung der einzelnen Schulen sollen regionale pädagogische Kompetenzzentren eingerichtet werden. Die Bildungsministerin kritisiert weiters die Fragmentierung der Verantwortung in Schulangelegenheiten, welche immer wieder zu Unklarheiten führt: "Wir brauchen dringend klare Leitungsverantwortung - das hat nichts mit Zentralismus zu tun, sondern mit Verantwortungskultur", betonte Schmied.
Höhere Qualität durch Flexibilität
Einen weiteren wichtigen Punkt sieht die Bildungsministerin in der Flexibilität, auf regionale Bedürfnisse besser eingehen zu können. „Eine Hauptschule am Reumannplatz hat andere Anforderungen als eine in Reichenau an der Rax.", so Schmied. Ob es an einem Standort z.B. Förderunterricht, Team-Teaching, inhaltliche Schwerpunkte gibt, das soll der Schulstandort entscheiden. Dabei soll die Schulpartnerschaft eine besonders wichtige Rolle spielen, so Schmied.
Auch das traditionelle Ordnungssystem „ein Fach - ein Lehrer - 50 min." möchte sie durch zeitgemäße Gestaltungsformen der Unterrichtszeiten ersetzt sehen. "Notwendig ist auch eine andere Ausrichtung der Schulaufsicht in Richtung Qualitätsmanagement und Bildungsstandards", zeigt sich Claudia Schmied weiters überzeugt. Dies ist Bundessache und darf nicht je nach Bundesland unterschiedlich interpretiert werden.
Abschließend plädierte die Bildungsministerin für einen allgemeinen, grundsätzlichen Paradigmenwechsel der Schulkultur hinsichtlich Selbstbild, Verantwortung und Gestaltung, denn: "Wir brauchen selbstbewusste und entscheidungsfreudige Lehrer - die Rahmenbedingungen dafür müssen wir schaffen."
Die gesamte Fotogalerie der SPÖ-Klubenquete "Auf dem Weg zur selbständigen Schule. Ideen für moderne Schulverwaltung des 21. Jahrhunderts." vom 25. Juni 2010 finden Sie auf Flickr.
[Redaktion]
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