Zusammenleben, Sport, Recht, Ordnung, Sicherheit

Integration: Klare Regeln, faire Chancen

Integration funktioniert für alle Beteiligten vor allem dann, wenn sämtliche Rechte und Pflichten klar und transparent sind. Wie die Politik diese Grundlage eines gut funktionierenden Miteinanders schaffen kann, wurde bei der zweiten Expertinnen und Experten-Aussprache im Rahmen der „Österreich 2020"-Veranstaltungsserie "Zusammenleben" diskutiert. Diese fand auf Einladung von SPÖ-Integrationssprecherin Angela Lueger am 21.Juni 2010 in den Räumlichkeiten des SPÖ-Parlamentsklubs statt.

Am Podium zu Gast waren neben Lueger der Wiener Gemeinderat Norbert Bacher-Lagler, Mag.a Dr.in Ursula Struppe - Abteilungsleiterin des Magistrats für Integrations- und Diversitätenangelegenheiten (MA 17), der Soziologe Kenan Güngör von „Difference" - Büro für Gesellschaftsanalyse. Innovation. Integration sowie Josef Wallner von der Arbeiterkammer Wien.

 

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Großes Vorbild: Wiener Integrationsmodell

Ausgehend vom Wiener Integrationsmodell entwickelte sich eine thematisch breit gefächerte Diskussion. Eine genaue Einführung über Aufbau und Ziele dieses Grundlagenpapiers erfolgte durch Bacher-Lagler. Das Konzept hinter dem Modell zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es in hohem Maß politische Willensbekundung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen fusioniert. Seine Grundlage ist das Bekenntnis, dass Zuwanderung klar und transparent zu regeln und unabdingbar an Integrationsmaßnahmen zu koppeln ist. Die vier Eckpfeiler dieses Konzeptes stellen "Sprache", "Bildung und Arbeit" sowie "Zusammenleben" und "Messbarkeit" dar. Eine anschauliche Darstellung der Integrationsarbeit in Wien erfolgte durch Ursula Struppe, sie verschaffte dem Publikum durch ihre exemplarischen Erzählungen einen guten Einblick in integrationspolitische Notwendigkeiten.

Soziologe Güngör erörterte in seinem Vortrag den europäischen und internationalen Kontext der gegenwärtigen Migrationsbewegungen. Er plädierte für eine stärker differenzierte und wissenschaftlich fundierte Annäherung an den Themenbereich Migration - Integration, um dieses wichtige Thema zu „enthysterisieren".

Dazu zählt vor allem die Beachtung regionaler Unterschiede, beispielsweise im Rahmen von Stadt- und Landgefällen in Österreich, allerdings auch auf regionsspezifische Disparitäten innerhalb Europas. Güngör thematisierte in seinem Beitrag auch den wichtigen Einfluss sozialer Mechanismen und Strukturen jenseits staatlicher Verwaltung. So seien vor allem das Vereins- und Bildungswesen wichtige Bereiche, in denen Integration erfolgreich und weitreichend stattfinden können.

 

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Abgerundet wurde das breitgefächerte Panel durch ein Referat von Josef Wallner, welcher den Fokus auf Integration auf dem Arbeitsmarkt legte. Auch er verwies auf die dringende Notwendigkeit einer sachlicheren Auseinandersetzung mit dem Thema Integration. Wie seine VorrednerInnen verwies auch er auf den Bedarf einer besseren Verankerung der Integrationspolitik in den österreichischen Strukturen. So forderte er ein Staatssekretariat bzw. Ministerium, welches sich mit den vielfältigen Bereichen der Integrations- und Migrationspolitik beschäftigen soll.

 

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Vielfalt statt Einfalt

Die vorgestellten Best-Practice-Modelle aus unterschiedlichen Bereichen sollen in die Arbeit der SPÖ einfließen, denn erfolgreiche Integrationspolitik kann Integration nur als Querschnittsmaterie auffassen, zeigt sich Lueger überzeugt. Ziel sei es bis zum Herbst ein neues SPÖ-Positionspapier zum Thema Integration zu erarbeiten. „Integration ist nicht Aufgabe einiger weniger, sondern muss in allen Bereichen erfolgen", so die SPÖ-Integrationssprecherin. Als Beispiel führte sie die Zusammensetzung der MitarbeiterInnen der öffentlichen Verwaltung als Spiegelbild der Gesamtbevölkerung an: „Auch in Politik, Medien und der Wirtschaft müssen Menschen mit Migrationshindergrund Normalität werden", meinte Lueger abschließend.

[Redaktion]

 

  • Podium bei der zweiten ExpertInnenaussprache zum Thema Zusammenleben © SPÖ Klub
  • Angela Lueger bei der zweiten ExpertInnenaussprache zum Thema Zusammenleben © SPÖ Klub
  • Peter Pointner bei der zweiten ExpertInnenaussprache zum Thema Zusammenleben © SPÖ Klub
  • Norbert Bacher-Lagler bei der zweiten ExpertInnenaussprache zum Thema Zusammenleben © SPÖ Klub
  • Podium bei der zweiten ExpertInnenaussprache zum Thema Zusammenleben © SPÖ Klub
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Beiträge

  1. Frau Regina Scheuer meint am Montag, 09. August 2010

    Sehr wichtig sind Informationskampagnen über den Anteil der Personen mit Migrationshintergrund. Eine Ersichtlichmachung der Tätigkeitsfelder dieser Personen bzw. eine stärkere Finanzierung von (non) gubernamentalen wissenschaftlichen Institutionen, die sich mit der Thematik Migration/Integration auseinander setzen, ist wünschenswert.

  2. Herr Andreas Stein meint am Donnerstag, 22. Juli 2010

    Integration is vor allem ein Prozess der jahrelang andauert. Maßnahmen, wie die Förderung der deutschen Sprache im Kindesalter sind nur zu begrüssen, der Sprung in die Arbeitswelt kann daurch erleichtert werden, muss es aber nicht. Ein starkes progressives und NICHT selektives Bildungssystem ist vor allem für junge Menschen mit Migrationshintergund wichtig!!